Die Physiker (Juni 2005)

von Friedrich Dürrenmatt, Regie Klaus Grimmer

Die Physiker ist eine Komödie in zwei Akten von Friedrich Dürrenmatt, die 1961 entstanden ist.

Die Gefahr, die von der modernen Kernphysik ausgeht, ist das Zentrale Thema dieser Komödie. Die für den Leser überraschende Wendung des Stückes geschieht erst in der Mitte des zweiten Aktes, denn keiner der drei Physiker ist wirklich krank. Möbius hatte gehofft im Sanatorium Zuflucht zu finden. Sein Handeln ist geprägt von der Verantwortlichkeit der Wissenschaft. Denn Möbius ist es gelungen die Weltformel zu entdecken, aber er hat aus Gründen der Verantwortung nur in einer Scheinkrankheit die einzige Alternative zu einer genialen Karriere in der Wissenschaft gesehen. Denn nur das Irrenhaus garantiert ihm nicht von Politikern ausgenutzt zu werden. Die beiden Agenten versuchen nun die Weltformel für ihr Land zu gewinnen. Sie haben dafür unterschiedliche ideologische Gründe, sicherlich wieder eine Anlehnung an die beiden Supermächte. Möbius schafft es aber letztendlich die beiden Kernphysiker zu überzeugen, dass es keinen anderen Ausweg als die Flucht aus der Welt gibt. Wir müssen unser Wissen zurücknehmen...Entweder bleiben wir im Irrenhaus oder die Welt wird eines.

Dramatisches Werkzeug ist der für die Komödie charakteristische Überraschungseffekt, den Dürrenmatt nahezu perfekt einsetzt. Angefangen von den drei Morden an den Krankenschwestern über die Preisgabe der Identität der Physiker bis zur Aufdeckung der kranken Ideen der Anstaltsleiterin. So steht auch in den 21 Punkten am Ende des Stückes. Je planmässiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer vermag sie der Zufall treffen. Ein ziemlich lakonischer Kommentar des Autors zu seiner Komödie. Auch wenn ein Mensch verzichtbereit sein Wissen zurücknimmt, kann er die Welt nicht vor dem drohenden Untergang retten. Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden, stellt Möbius im Stück auch fest. Anstelle der Tragödie kommt jetzt die Komödie, die das Tragische als Zufall in sich aufnimmt, der aber verhängnisvoll ist. Das Stück ist in einer scheinbar alltagsnahen Sprache geschrieben, trotzdem erscheint die Sprache dem Leser bewusst stilisiert und unterkühlt. So zieht Dürrenmatt das Imperfekt dem umgangssprachlichen Perfekt vor. Durch den komischen Charakter des Stückes wird der eigentliche intellektuelle Inhalt in den Hintergrund gedrängt und erst wenn man mit dem Buch durch ist, beginnt man sich mit der eigentlichen Problematik des Stückes zu beschäftigen.

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